Love endureth

Psalmvertonungen mit Rezitationen von Mirna Funk
  1. Schloss Hohentübingen
    Burgsteige 11

Programm

  1. Salomone Rossi Psalm 124
  2. Menachem Wiesenberg Two Songs of Land
  3. Viktor Ullmann Zwei hebräische Chöre
  4. Menachem Wiesenberg Take Me Under Your Wing
  5. Felicitas Kukuck Psalm
  6. Viktor Ullmann Drei jiddische Männerchöre
  7. Louis Lewandowski Enosh (aus Psalm 103)
  8. Gideon Klein Bachuri Le’an Tisa
  9. Ella Milch-Sheriff Miserere Mei
  10. Ilse Weber 3 Lieder
  11. Roxanna Panufnik Love Endureth

Chormusik jüdischer Komponist_innen von Renaissance bis Gegenwart erklingt beim Konzertabend, den wir zusammen mit der Schriftstellerin und Journalistin Mirna Funk gestalten.

Das Konzert beginnt mit einem hebräischen Psalm von Salomone Rossi (ca. 1570–1630), dessen Vorbild Claudio Monteverdi war. Eine Trauerklage von Louis Lewandowski (1821–1894) aus dem 19. Jahrhundert leitet über zu Kompositionen, die Gideon Klein (1919–1945), Ilse Weber (1903–1944) und Viktor Ullmann (1898–1944) unter unvorstellbaren Bedingungen im Konzentrationslager Theresienstadt schufen.

Für die Moderne stehen Ella Milch-Sheriff (geb. 1954) und Menachem Wiesenberg (geb. 1950) aus Israel sowie Roxanna Panufnik (geb. 1968) aus London, die musikalische Brücken zwischen den Religionen baut. Außerdem erklingt mit “Die Niemandsrose” der deutschen Komponistin Felicitas Kukuck (1914–2001) die Vertonung eines Gedichts von Paul Celan.

Die Werke jüdischer Komponist_innen ergänzt Mirna Funk um Ausschnitte aus ihrem Sachbuch „Von Juden lernen“, in dem sie Theorien der jüdischen Ideengeschichte mit der Gegenwart verbindet. Gemeinsam zeigen Musik und Text: Die Liebe hat Bestand – „Love endureth“.

Pressestimmen

Der 400-Jahr-Bogen reichte bis zu Menachem Wiesenberg („Two Songs of Land“), einem der renommiertesten israelischen Komponisten der Gegenwart, sowie den klangfindig experimentier­freudigen Zeitgenossinnen Ella Milch-Sheriff („Miserere“) und Roxanna Panufnik (das doppelchörige „Love Endureth“). Open Air lässt es sich nicht leicht singen, zudem a cappella. Umso mehr überraschte die Intonations­sicherheit und ausgewogene Klanggebung des 50-stimmigen Kammerchors.

Achim Stricker, Schwäbisches Tagblatt vom 29. Juli 2024